Das Mineralien-Drama

Die Pandemie der Mangelernährung

Obwohl ein Großteil der Weltbevölkerung genug zu essen hat, sind Mikronährstoffdefizite weltweit verbreitet. Besonders die Unterversorgung mit Mineralien und Spurenelementen ist dramatisch: Die gesundheitlichen Folgen reichen von Immunschwäche und chronischen Entzündungen bis hin zu Abgeschlagenheit, Übergewicht, Depression und Demenz. Diese Krankheitsbilder treten vor allem dann auf, wenn die Mangelzustände bereits während der Frühentwicklung und im Kindesalter bestehen. Das Ausmaß des Problems wird schnell klar, wenn wir uns nur einige wenige Beispiele vor Augen führen: Schätzungen zufolge gibt es 3,7 Milliarden Menschen, die an Eisenmangel leiden, davon haben 2 Milliarden einen schweren Mangel (Anämie). Von allen Kindern unter fünf Jahren sind 35 % von Zink- oder Eisenmangel betroffen und 260 Millionen Kinder leiden unter Selen- oder Jodmangel [10]. Laut anderen Quellen haben sogar 60 – 80 % der Weltbevölkerung von Eisenmangel, 30 % Zinkmangel, weitere 30 % Jodmangel und 15 % Selenmangel [8].

 

Wenn Synergismus und Antagonismus aus dem Gleichgewicht geraten

Einige Elemente verstärken sich in ihrer Aufnahme und Wirkung gegenseitig synergistisch. Antagonistisch wirkende Elemente blockieren sich in der Aufnahme und Wirkung gegenseitig. Haben wir starke Defizite an bestimmten Mineralien und Spurenelementen, so werden wir tendenziell anfälliger für Schwermetallbelastungen. Dies hat weitreichende Folgen: Laut einem neuen Bericht von UNICEF und Pure Earth (2020) ist heute jedes dritte Kind auf der Welt chronisch mit Blei vergiftet. Eine Bleivergiftung wird durch einen Zinkmangel verstärkt, da diese antagonistisch wirken. Ein weiteres Beispiel ist die zunehmende Aluminiumbelastung, die mit einer zu geringen Siliziumaufnahme einhergeht. Entsprechend wirkt die Einnahme von Selen positiv bei Quecksilbervergiftungen. Die folgende Grafik zeigt wie komplex die Zusammenhänge sind:

Synergismus und Antagonismus der für den Menschen wichtigen Elemente

Beispiel: Lithium und das menschliche Miteinander

Bereits in den 70er Jahren gab es erste Forschungen, die eine Verbindung zwischen dem Lithiumgehalt im Trinkwasser und der Häufigkeit von Gewaltverbrechen nahelegten [y]. Gebiete mit dem niedrigsten Lithiumgehalt im Trinkwasser hatten unter anderem statistisch deutlich mehr Suizidfälle, Vergewaltigungen und Tötungsdelikte. Je mehr Lithium im Trinkwasser vorhanden war, desto mehr schien die Gewaltbereitschaft abzunehmen. „Kann ja gar nicht sein, das war Zufall!“ dachten sicherlich einige Wissenschaftler, die daraufhin ähnliche Daten in unterschiedlichen Ländern auswerteten und zu verblüffend ähnlich Ergebnissen kamen. Heute findet man auf Google Scholar mit dem Suchbegriff „suicide lithium drinking water“ schnell über 30 Studien mit ähnlichem Design, bei denen der Großteil zum Ergebnis kommt, dass Lithium statistisch signifikant mit der Kriminalstatistik zusammenhängt. Letztlich ist es auch kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass dieses Element seit Jahrzehnten in der Behandlung von Depressionen, Manie und Bipolarer Störung Anwendung findet. Das deutet daraufhin, dass ein Lithiummangel die Menschen tendenziell zum Durchdrehen bringt. Lithium gilt allerdings trotzdem als nicht essentiell – logisch: Man muss ja auch nicht zwangsläufig psychisch gesund sein, um zu überleben…

In unserem neune Buch „MineralienWende“, das bald erscheinen wird, haben wir das Ausmaß der aktuellen Mangel-Probleme für 21 weitere wichtige Mineralien und Spurenelemente auf Basis von über 1000 wissenschaftlichen Studien leicht lesbar dargestellt. Das Buch kann man hier bereits vorbestellen.

Doch nun stellt sich die Frage nach den Ursachen und nach Lösungen.